Arbeitnehmerüberlassung

Planen Sie jetzt die Strategie für das Jahr 2015

Das Thema Arbeitnehmerüberlassung ist eines der Themen, welches sich noch in dem ein oder anderen Unternehmen ein klein wenig an geltenden Einkaufsrichtlinien / -prozessen vorbei schmuggelt. Gleich mehrere Ursachen führen dazu, Arbeitnehmerüberlassung oder etwas kürzer die Zeitarbeit bzw. die „Zeitarbeiter“ werden immer dann beauftragt, wenn in der Regel ungeplant Not am Mann oder der Frau ist. Dann heißt es, in der Hauptsache schnell muss der Ersatz für den ausgefallenen Mitarbeiter oder die ungeplante aber dankbar angenommene Auftragsspitze her. Oh, die bisher gerne beauftragten Dienstleister haben gerade keinen Mitarbeiter zur Verfügung? Ärgerlich, dann rufen wir eben noch ein paar weitere Dienstleister an, in jedem Fall muss bis morgen die Sekretärin oder der dringend benötigte Facharbeiter her, manchmal im wahrsten Sinne von „koste es was es wolle!“.

Häufig obliegt die Beauftragung von Zeitarbeitskräften auch gar nicht dem Einkauf sondern z. B. der HR-Abteilung des Hauses oder die jeweiligen Assistenten und Assistentinnen der Fachabteilung beauftragen den gesuchten Ersatz. Verständlicher Weise verlieren sich auf diesen Wegen das ein oder andere Mal Themen wie vergleichende Angebote oder
Rahmenvertragsvereinbarungen.

Interim-Einkaufsmanagerin

    

 

 

 

Wird in diesen Unternehmen nun davon gesprochen, auch die Arbeitnehmerüberlassung zukünftig unter Berücksichtigung kaufmännischer Aspekte strategisch zu betrachten und zu planen, regen sich schnell die ersten Widerstände aus den Abteilungen, die oft und gerne mit Zeitarbeitskräften arbeiten. „Meine Firmen kennen genau die Anforderungen die wir haben; wir brauchen die Leute nicht mehr einarbeiten; nur Herr XY kann die Maschine so gut bedienen; das sind so gute Leute…“ sind die allseits bekannten Argumente, die jedem, der ggf. von Konsolidierung spricht, entgegenhallen. 

Und auch hier ist es wie im wirklichen Leben, die Konsequenzen und damit die Umsetzbarkeit einer Einkaufsstrategie gehören im Vorfeld sehr gründlich geprüft. Dennoch plädiere ich neben der Realisierung möglicher Einsparungspotenziale noch aus ganz anderen Gründen für einen strategischen Einkauf von Zeitarbeitskräften.

Die Arbeitnehmerüberlassung ist ein sehr sinnvolles Instrument sowohl für die Arbeitnehmer als auch für die Auftraggeber. Nicht nur in der letzten Zeit wird diese Instrument in der Öffentlichkeit jedoch sehr kontrovers diskutiert, da immer wieder Fälle veröffentlicht werden, in denen das Instrument missbräuchlich eingesetzt wurde.

Werden nun z.B. mit den Dienstleistern der Arbeitnehmerüberlassung Rahmenverträge vereinbart, die eine Vereinbarung zur „open book policy“ enthalten, stellt man als Unternehmen sicher, dass die Tarifverträge der Arbeitnehmerüberlassungsbranche (iGZ und BAP) auch eingehalten werden. Die „open book policiy“ ist in meinen Augen eine absolut faire Lösung gegenüber den Zeitarbeitnehmern, dem Dienstleister und auch für das eigene Unternehmen.